Florian Berner




Ich war fünf Jahre alt, als mir zum ersten Mal jemand ein Stück auf dem Cello vorspielte. Seit diesem Tag begleitet mich die Liebe zu diesem Instrument, seinem Klang, zu seinen unerschöpflichen Möglichkeiten und seinem wunderbaren Repertoire.
Und so weit das Feld ist, auf dem das Cello klingen kann, so unterschiedlich sind die Tätigkeiten zu denen es mich herausfordert:

Ich bin in erster Linie leidenschaftlicher Kammermusiker, gründete im Alter von 20 Jahren das Hugo Wolf Quartett und war mit diesem Ensemble mittlerweile in allen wichtigen Musikzentren der Welt zu Gast. Das Streichquartett ist für mich  die Königsgattung der Kammermusik, eine Gattung die aufgrund ihrer spannungsvollen Ausgangslage vierer ähnlicher Streichinstrumente den Komponisten aller Zeiten immer das Äußerste abverlangte, zugleich aber bevorzugter Ort autobiographischer Reflexionen und inniger Botschaften war. Wir glücklichen Quartettisten genießen die reiche Ernte!
In erweiterter Besetzung hatte ich das Vergnügen mit so wunderbaren Musikern wie Paul Meyer, Mihaela Ursuleasa, Alois Posch oder Thomas Hampson zu musizieren, aber auch mit Jazzgrößen wie Kenny Wheeler oder John Taylor. 

Gerne stelle ich mich aber auch solistischen Herausforderungen: so habe ich unter anderem die „Leidenschaften des Don Juan“ von Dirk D´Ase bei den Festwochen Attersee uraufgeführt und gemeinsam  mit den Bach Suiten Nr. 1 und 5 auf CD aufgenommen. Das „Wiener Mozart Jahr“ lud mich ein im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins aufzutreten, und für TV-Tokio gastierte ich in einem Dokumentarfilm über Beethovens Cellosonaten.
Darüber hinaus bin ich Gast-Solocellist des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters und werde von Claudio Abbado regelmäßig ins Mahler Chamber Orchestra eingeladen.

Ich wurde 1973 in Wien geboren und begann mein Cellostudium mit 16 Jahren an der dortigen Universität für Musik. Angelika May und die Mitglieder des Alban Berg Quartetts waren meine Lehrer sowie später in Italien der wunderbare Mario Brunello. Prägende Erfahrungen brachten auch die Meisterkurse mit Norbert Brainin vom Amadeus Quartett und Walter Levin vom LaSalle-Quartett.
Heute bin ich froh, viel von dem dort Erfahrenen in Meisterkursen wieder an junge Leute weitergeben zu können.

Gemeinsam mit meinen Kollegen vom Hugo Wolf Quartett erhielt ich den Sonderpreis der Wiener Philharmoniker, war "Rising Star 1998" und bin stolzer Träger des Europäischen Kammermusikpreises, der uns für außergewöhnliches Talent und herausragende Ensembleleistung verliehen wurde.

Mein Cello wurde im Jahre 1819 gebaut und stammt aus der Werkstatt des neapolitanischen Geigenbauers Nicolaus Gagliano.